Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

...powered by haas.homelinux.net...

Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Überblick über Python
3 Die Arbeit mit Python
4 Der interaktive Modus
5 Grundlegendes zu Python-Programmen
6 Kontrollstrukturen
7 Das Laufzeitmodell
8 Basisdatentypen
9 Benutzerinteraktion und Dateizugriff
10 Funktionen
11 Modularisierung
12 Objektorientierung
13 Weitere Spracheigenschaften
14 Mathematik
15 Strings
16 Datum und Zeit
17 Schnittstelle zum Betriebssystem
18 Parallele Programmierung
19 Datenspeicherung
20 Netzwerkkommunikation
21 Debugging
22 Distribution von Python-Projekten
23 Optimierung
24 Grafische Benutzeroberflächen
25 Python als serverseitige Programmiersprache im WWW mit Django
26 Anbindung an andere Programmiersprachen
27 Insiderwissen
28 Zukunft von Python
A Anhang
Stichwort

Download:
- ZIP, ca. 4,8 MB
Buch bestellen
Ihre Meinung?

Spacer
 <<   zurück
Python von Peter Kaiser, Johannes Ernesti
Das umfassende Handbuch - Aktuell zu Python 2.5
Buch: Python

Python
gebunden, mit CD
819 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1110-9
Pfeil 16 Datum und Zeit
  Pfeil 16.1 Elementare Zeitfunktionen – time
  Pfeil 16.2 Komfortable Datumsfunktionen – datetime
    Pfeil 16.2.1 datetime.date
    Pfeil 16.2.2 datetime.time
    Pfeil 16.2.3 datetime.datetime


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

16.2 Komfortable Datumsfunktionen – datetime  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Modul datetime ist im Vergleich zum time-Modul wesentlich abstrakter und durch seine eigenen Zeit- und Datumstypen auch wesentlich angenehmer zu benutzen.

Das Modul unterscheidet zwei Arten von Datums- und Zeitobjekten: die sogenannten naiven und die bewussten Objekte.

Ein naives Objekt kümmert sich nicht darum, auf welche Zeitzone sich sein Wert bezieht, und enthält auch keine Informationen darüber, wohingegen ein bewusstes Objekt mit Informationen zu seiner Zeitzone verknüpft ist. Ihre Programme können selbst entscheiden, ob die von ihnen benutzten Objekte naiv oder bewusst sind.

Wie das genau funktioniert, wird hier nicht näher thematisiert. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Python-Dokumentation.

Konstanten des Moduls datetime

Es gibt zwei Konstanten, die das datetime-Modul definiert, um den Wertebereich für die Jahreszahlen zu definieren:

datetime.MINYEAR

Der minimal mögliche Wert für eine Jahreszahl. Der Wert ist in der Regel 1.

datetime.MAXYEAR

Der maximal mögliche Wert für eine Jahreszahl. Der Wert ist in der Regel 9999.

Die fünf Datentypen von datetime

Das Modul datetime definiert fünf eigene Datentypen für den Umgang mit Datum und Zeit. Alle diese Datentypen sind immutable.

datetime.date

Ein Datentyp zum Speichern von Datumsangaben. Alle Instanzen dieses Datentyps sind prinzipiell naiv, kümmern sich also nicht um die Gegebenheiten der lokalen Zeitzone.

datetime.time

Mit datetime.time können Zeitpunkte an einem Tag gespeichert werden. Dabei wird idealisiert angenommen, dass jeder Tag 24*60*60 Sekunden umfasst und dass es keine Schaltsekunden gibt.

datetime.datetime

Die Kombination aus datetime.date und datetime.time zum Speichern von ganzen Zeitpunkten, die sowohl ein Datum als auch eine Uhrzeit umfassen. Der Datentyp datetime.datetime ist der wichtigste des Moduls.

datetime.timedelta

Es ist möglich, Differenzen zwischen datetime.date- und auch datetime.date time-Instanzen zu bilden. Die Ergebnisse solcher Subtraktionen sind dann date time.timedelta-Objekte.

datetime.tzinfo

Dieser Typ wird benötigt, um mit Zeitzonen umzugehen. Dafür muss das Programm eine Subklasse von datetime.tzinfo erzeugen und bestimmte Methoden überschreiben.

Aus Platzgründen werden wir diesen Datentyp nicht behandeln. Allerdings finden Sie in der Python-Dokumentation ein gutes Beispiel für die Implementation einer datetime.tzinfo-Klasse.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

16.2.1 datetime.date  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Hier werden wir die Attribute und Methoden des Datentyps datetime.date behandeln.

Konstruktoren der Klasse datetime.date

Es gibt drei Konstruktoren für datetime.date-Instanzen:

datetime.date(year, month, day)

Erzeugt eine neue Instanz des Datentyps datetime.date, die den durch die Parameter festgelegten Tag repräsentiert. Dabei müssen die Parameter folgenden Bedingungen genügen:

  • datetime.MINYEAR <= year <= datetime.MAXYEAR
  • 1 <= month <= 12
  • 1 <= day <= (Anzahl der Tage des übergebenen Monats)
>>> geburtstag = datetime.date(1987, 11, 3) 
>>> geburtstag 
datetime.date(1987, 11, 3)
datetime.date.today()

Erzeugt eine neue datetime.date-Instanz, die den aktuellen Tag repräsentiert:

>>> datetime.date.today() 
datetime.date(2007, 9, 19)
datetime.date.fromtimestamp(timestamp)

Erzeugt ein neues datetime.date-Objekt, das das Datum des übergebenen Unix-Timestamps speichert.

Klassenmember von datetime.date

datetime.date.min

Ein Klassenattribut, das den frühesten Tag beinhaltet, der durch den date time.date-Typ abgebildet werden kann. Wie das folgende Beispiel zeigt, ist dies der 1. Januar im Jahr 1:

>>> datetime.date.min 
datetime.date(1, 1, 1)
datetime.date.max

Das Klassenattribut datetime.date.max speichert eine datetime.date-Instanz, die den spätesten Tag repräsentiert, der von datetime.date verwaltet werden kann: den 31.12. im Jahr 9999.

>>> datetime.date.max 
datetime.date(9999, 12, 31)

Operatoren für datetime.date-Instanzen

Sie können Differenzen zwischen zwei datetime.date-Instanzen bilden. Das Ergebnis einer solchen Subtraktion ist ein datetime.timedelta-Objekt:

>>> datetime.date(1987, 7, 26) - datetime.date(1987, 1, 9) 
datetime.timedelta(198)

In dem Beispiel liegen die beiden Zeitpunkte 198 Tage auseinander.

Es ist auch möglich, zu einer datetime.date-Instanz ein datetime.timedelta-Objekt zu addieren oder es davon abzuziehen. In diesem Fall ist das Ergebnis ein datetime.date-Objekt:

>>> datetime.date(1987, 1, 9) + datetime.timedelta(198) 
datetime.date(1987, 7, 26)

Außerdem können datetime.date-Instanzen mit den Vergleichsoperatoren < und > verglichen werden. Dabei wird das Datum als »kleiner« betrachtet, das in der Zeit weiter in Richtung Vergangenheit liegt:

>>> datetime.date(1987, 1, 9) < datetime.date(1987, 7, 26) 
True

Die Attribute und Methoden von datetime.date-Instanzen

Im Folgenden sei d eine datetime.date-Instanz.

d.year

Speichert das Jahr des Datums. Dieses Attribut kann nur gelesen werden.

d.month

Speichert den Monat des Datums. Dieses Attribut kann nur gelesen werden.

d.day

Speichert den Tag des Datums. Dieses Attribut kann nur gelesen werden.

d.replace(year, month, day)

Erzeugt ein neues Datum, dessen Attribute den übergebenen Parametern entsprechen. Fehlt eine Angabe, wird das entsprechende Attribut von d verwendet:

>>> d = datetime.date(1987, 7, 26) 
>>> d.replace(month=11, day=3) 
datetime.date(1987, 11, 3)
d.timetuple()

Gibt eine time.struct_time-Instanz [Siehe dazu Abschnitt 16.1, »Elementare Zeitfunktionen – time«. ] zurück, die das Datum von d repräsentiert. Die Elemente für die Uhrzeit werden dabei auf 0 und das tm_isdst-Attribut wird auf -1 gesetzt:

>>> d = datetime.date(2007, 7, 6) 
>>> d.timetuple() 
(2007, 7, 6, 0, 0, 0, 4, 187, -1)
d.weekday()

Gibt den Wochentag als Zahl zurück, wobei Montag als 0 und Sonntag als 6 angegeben werden.

d.isoweek()

Gibt den Wochentag als Zahl zurück, wobei Montag den Wert 0 und Sonntag den Wert 7 ergibt.

Siehe dazu auch d.isocalendar().

d.isocalendar()

Gibt ein Tupel zurück, das drei Elemente enthält: (ISO year, ISO week number, ISO weekday).

Die Angaben in dem Tupel erfolgen dabei im Format des sogenannten ISO-Kalenders, der eine Variante des gregorianischen Kalenders ist. Im ISO-Kalender wird ein Jahr in 52 oder 53 Wochen geteilt. Jede der Wochen beginnt mit einem Montag und endet mit einem Sonntag. Die erste Woche eines Jahres, deren Donnerstag in diesem Jahr liegt, erhält im ISO-Kalender die Wochennummer 1.

Die drei Elemente des zurückgegebenen Tupels bedeuten das Folgende: (Jahr, Wochennummer, Tagesnummer).

Beispielsweise wird der 01.01.2008 ein Dienstag sein, weshalb der 31.12.2007 der erste Tag im Jahr 2008 des ISO-Kalenders ist:

>>> d = datetime.date(2007, 12, 31) 
>>> d.isocalendar() 
(2008, 1, 1)
d.isoformat()

Gibt einen String zurück, der den von d repräsentierten Tag im ISO-8601-Format enthält. Dieses Standardformat sieht folgendermaßen aus: YYYY-MM-DD, wobei die »Y« für die Ziffern der Jahreszahl, die »M« für die Ziffern der Monatszahl und die »D« für die Ziffern des Tages im Monat stehen.

>>> d = datetime.date(2007, 6, 18) 
>>> d.isoformat() 
'2007-06-18'

Achtung
Die Methode isoformat hat nichts mit dem ISO-Kalender zu tun, den die Methoden isoweekday und isocalendar verwenden.


d.ctime()

Gibt einen String in einem 24-Zeichen-Format aus, der den von d gespeicherten Tag repräsentiert. Die Platzhalter für Stunde, Minute und Sekunde werden dabei auf "00" gesetzt:

>>> d = datetime.date(2007, 10, 23) 
>>> d.ctime() 
'Tue Oct 23 00:00:00 2007'
d.strftime(format)

Gibt den von d repräsentierten Tag formatiert aus, wobei der Parameter format die Beschreibung des gewünschten Ausgabeformats enthält.

Nähere Informationen können Sie in Abschnitt 16.1, »Elementare Zeitfunktionen – time«, unter time.strftime nachschlagen.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

16.2.2 datetime.time  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

In diesem Abschnitt werden wir uns mit den Methoden und Attributen des Datentyps datettime.time beschäftigen.

Objekte des Typs datetime.time dienen dazu, Tageszeiten anhand von Stunde, Minute, Sekunde und auch Mikrosekunde zu verwalten.

In dem Attribut tzinfo können datetime.time-Instanzen Informationen zur lokalen Zeitzone speichern und ihre Werte damit an die Lokalzeit anpassen. Dadurch ist es möglich, sowohl naive als auch bewusste datettime.time-Instanzen zu erzeugen.

Konstruktor von datetime.time

Ein neues datetime.time-Objekt kann mit dem folgenden Konstruktor erzeugt werden:

datetime.time([hour[, minute[, second[, microsecond[, tzinfo]]]]])

Die vier ersten Parameter legen den Zeitpunkt fest und müssen folgende Bedingungen erfüllen, wobei nur Ganzzahlen zugelassen sind:

  • 0 <= hour < 24
  • 0 <= minute < 60
  • 0 <= second < 60
  • 0 <= microsecond < 1000000

Die Standardbelegung für hour, minute, second und microsecond ist der Wert 0.

Für den letzten Parameter namens tzinfo können Informationen über die lokale Zeitzone in Form einer datetime.tztime-Instanz übergeben werden. Wie das genau geht, können Sie der Python-Dokumentation entnehmen.

Klassenmember von datetime.time

Der Datentyp datetime.time verfügt über folgende Klassenmember:

datetime.time.min

Der früheste Zeitpunkt, der gespeichert werden kann, in der Regel date time.time(0, 0, 0, 0).

datetime.time.max

Der späteste darstellbare Zeitpunkt, in der Regel datetime.time(23, 59, 59, 999999).

datetime.time.resolution

Der minimale Unterschied zwischen zwei unterschiedlichen datetime.time-Objekten. Diese kleinstmögliche Zeiteinheit wird auch Auflösung genannt.

Attribute und Methoden von datetime.time-Instanzen

Nachfolgend wird angenommen, dass t eine Instanz des Datentyps date time.time ist.

t.hour

Speichert den Stundenanteil des Zeitpunkts t.

t.minute

Speichert den Minutenanteil des Zeitpunkts t.

t.second

Speichert den Sekundenanteil des Zeitpunkts t.

t.microsecond

Speichert den Mikrosekundenanteil (Mikrosekunde = Millionstelsekunde) des Zeitpunkts t.

t.tzinfo

Information zur lokalen Zeitzone. Näheres dazu entnehmen Sie bitte der Python-Dokumentation.

t.replace([hour[, minute[, second[, microsecond[,tzinfo]]]]])

Analog zur datetimte.date.replace-Methode.

Eignet sich sehr gut dazu, aus einem naiven ein bewusstes time-Objekt zu machen, ohne dass die Daten-Member angepasst werden. Dazu ruft man replace mit tzinfo als einzigem Parameter auf.

t.isoformat()

Gibt einen String zurück, der den Zeitpunkt t im ISO-8601-Format enthält. Das Format ist folgendermaßen aufgebaut, wobei die »H« für die Ziffern der Stunde, die »M« für die Ziffern der Minute, die »S« für die Ziffern der Sekunden und die »m« für die Ziffern der Mikrosekunden stehen: »HH:MM:SS:mmmmmm«.

Ist das microseconds-Attribut von t gleich 0, entfallen die Mikrosekunden, und das Format verkürzt sich auf »HH:MM:SS«.

t.strftime(format)

Erzeugt einen String, der den Zeitpunkt t nach der Formatbeschreibung in format enthält. Näheres dazu können Sie unter time.strftime nachlesen.

t.utcoffset()

Wenn t ein bewusstes Objekt ist, also t.tzinfo nicht den Wert None hat, gibt t.utcoffset den Wert zurück, der von t.tzinfo.utcoffset(None) erzeugt wird.

Dies sollte die Verschiebung der Lokalzeit relativ zur UTC in Sekunden sein.

t.tzname()

Gibt den Namen der Zeitzone zurück, wenn t.tzinfo nicht den Wert None hat. Ist t.tzinfo gleich None, wird stattdessen None zurückgegeben.

(Der Wert wird dadurch bestimmt, dass intern t.tzinfo.tzname(None) aufgerufen wird.)


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

16.2.3 datetime.datetime  topZur vorigen Überschrift

In den meisten Fällen werden die Fähigkeiten der Datentypen datetime.date und datetime.time jeweils einzeln nicht ausreichen, um Zeitpunkte zu verwalten, da Zeitangaben in der Regel aus einem Datum und der Uhrzeit an dem jeweiligen Tag bestehen.

Der Datentyp datetime.datetime ist genau das, was sein Name vermuten lässt: ein Typ zum Speichern von Datums- und Uhrzeitangaben. Er vereint dazu die Fähigkeiten von datetime.date und datetime.time in einem Datentyp.

Konstruktoren von datetime.datetime

Es gibt acht Konstruktoren, um neue datetime.datetime-Instanzen zu erzeugen:

datetime.datetime(year, month, day[, hour[, minute[, second[, microsecond[, tzinfo]]]]])

Die Parameter haben die gleiche Bedeutung wie die gleichnamigen Elemente der Konstruktoren von datetime.date und datetime.time, weshalb hier auf eine Wiederholung verzichtet wird.

>>> bescherung = datetime.datetime(2007, 12, 24, 18, 30) 
>>> bescherung 
datetime.datetime(2007, 12, 24, 18, 30)
datetime.datetime.today()

Erzeugt eine datetime.datetime-Instanz, die die aktuelle Lokalzeit speichert. Das tzinfo-Attribut wird dabei immer auf None gesetzt.

>>> datetime.datetime.today() 
datetime.datetime(2007, 9, 19, 18, 46, 29, 87000)

Achtung
Auch wenn der Name der Methode today (dt. heute) darauf schließen lassen könnte, dass nur die Attribute für das Datum und nicht die für die Zeit gesetzt werden, erzeugt datetime.today ein datetime.datetime-Objekt, das auch die Uhrzeit enthält.


datetime.now([tz])

Erzeugt eine datetime.datetime-Instanz mit dem aktuellen Datum und der aktuellen Zeit. Wird die Methode ohne Parameter aufgerufen, erzeugt sie das gleiche Ergebnis wie datetime.datetime.today.

Mit dem optionalen Parameter tz können Informationen zur Lokalzeit übergeben werden. Näheres dazu entnehmen Sie bitte der Python-Dokumentation.

datetime.utcnow()

Gibt die aktuelle koordinierte Weltzeit (UTC) zurück, wobei das tzinfo-Attribut der resultierenden datetime.datetime-Instanz den Wert None hat.

datetime.fromtimestamp(timestamp[, tz])

Erzeugt eine datetime.datetime-Instanz, die den gleichen Zeitpunkt wie der für timestamp übergebene Unix-Zeitstempel repräsentiert.

Wird für tz kein Wert oder None übergeben, ist der Rückgabewert ein naives Zeitobjekt.

Wie mit dem Parameter tz Informationen zur Zeitzone übergeben werden, können Sie in der Python-Dokumentation nachlesen.

datetime.utcfromtimestamp(timestamp)

Wandelt den übergebenen Unix-Timestamp in ein datetime.datetime-Objekt um, das die koordinierte Weltzeit (UTC) speichert. Der Unix-Zeitstempel wird dabei als lokale Zeit interpretiert. Deshalb wird bei der Umwandlung nach UTC die Zeitverschiebung berücksichtigt:

>>> import time 
>>> t = time.time() 
>>> datetime.datetime.fromtimestamp(t) 
datetime.datetime(2007, 9, 21, 1, 48, 13, 718000) 
>>> datetime.datetime.utcfromtimestamp(t) 
datetime.datetime(2007, 9, 20, 23, 48, 13, 718000)

Wie Sie sehen, liegen die von fromtimestamp und utcfromtimestamp gelieferten datetime.datetime-Objekte um genau zwei Stunden auseinander. Dies rührt daher, dass das Beispiel auf einem Computer mit deutscher Lokalzeit (UTC+1) während der Sommerzeit (noch einmal eine Stunde mehr nach vorne) ausgeführt wurde.

datetime.combine(date, time)

Erzeugt ein datetime.datetime-Objekt, das aus der Kombination von date und time hervorgeht. Der Parameter date muss eine datetime.date-Instanz enthalten, und der Parameter time muss auf ein datetime.time-Objekt verweisen.

Alternativ kann für date auch ein datetime.datetime-Objekt übergeben werden. In diesem Fall wird die in date enthaltene Uhrzeit ignoriert und nur das Datum betrachtet.

datetime.strptime(date_string, format)

Interpretiert den String, der als Parameter date_string übergeben wurde, gemäß der Formatbeschreibung aus format als Zeitinformation und gibt ein entsprechendes datetime.datetime-Objekt zurück.

Für die Formatbeschreibung gelten die gleichen Regeln wie bei time.strftime.

Operatoren für datetime.datetime

Der Datentyp datetime.datetime überlädt die Operatoren für die Subtraktion und Addition, sodass mit Zeitangaben gerechnet werden kann.

Dabei sind folgende Summen und Differenzen möglich, wobei d1 und d2 jeweils datetime.datetime-Instanzen sind und t ein datetime.timedelta-Objekt referenziert:


Tabelle 16.3  Rechnen mit datetime.datetime
Ausdruck Hinweise

d2 = d1 + t

Der von d2 beschriebene Zeitpunkt ergibt sich dadurch, dass in der Zeit von d1 aus um die von t beschriebene Zeitspanne in die Zukunft oder die Vergangenheit gegangen wird, je nachdem, ob der Wert von t positiv oder negativ ist.

Das datetime.datetime-Objekt d2 übernimmt außerdem das tzinfo-Attribut von d1.

d2 = d1t

Wie bei der Addition, außer dass nun bei positivem t in Richtung Vergangenheit und bei negativem t in Richtung Zukunft gegangen wird.

t = d1 – d2

Das datetime.timedelta-Objekt t beschreibt den zeitlichen Abstand zwischen den Zeitpunkten d1 und d2. Dabei wird t so gewählt, dass d1 = d2 + t gilt.

Diese Operation kann nur durchgeführt werden, wenn d1 und d2 bewusst oder beide naiv sind. Ist dies nicht der Fall, wird ein TypeError erzeugt. Die Details zu naiven und bewussten Zeitobjekten entnehmen Sie bitte der Python-Dokumentation.


Es ist auch möglich, zwei datetime.datetime-Instanzen mit den Vergleichsoperatoren < und > zu vergleichen. Dabei gilt das Zeitobjekt als »kleiner«, das in der Zeit weiter in Richtung Vergangenheit liegt.

Beispiele für die Verwendung dieser Operatoren können Sie im Kapitel über datetime.date nachlesen, da die Verwendung für datetime.datetime analog erfolgt.

Statische und dynamische Attribute von datetime.datetime

Der Datentyp datetime.datetime besitzt die gleichen Member, die auch date time.date und datetime.time besitzen: min, max, resoultion, year, month, day, hour, minute, second und microsecond.

Die Bedeutung der einzelnen Member können Sie in den Kapiteln zu date time.date und datetime.time nachlesen.

Methoden von datetime.datetime-Instanzen

Im Folgenden wird angenommen, dass d eine Instanz des Datentyps date time.datetime ist.

d.date()

Gibt ein datetime.date-Objekt zurück, das die gleichen year-, month- und day-Attribute wie d hat.

d.time()

Gibt ein datetime.time-Objekt zurück, das die gleichen hour-, minute-, second- und microsecond-Attribute wie d hat.

d.timetz()

Wie d.time, aber es wird zusätzlich das tzinfo-Attribut mitkopiert.

d.replace( [year[, month[, day[, hour[, minute[, second[, microsecond[, tzinfo]]]]]]]])

Erzeugt eine neue datetime.datetime-Instanz, die aus d dadurch hervorgeht, dass die Attribute, die der replace-Methode übergeben wurden, durch die neuen Werte ersetzt werden.

d.utcoffset()

Wenn d ein bewusstes Objekt ist, also d.tzinfo nicht den Wert None hat, gibt d.utcoffset den Wert zurück, der von d.tzinfo.utcoffset(None) erzeugt wird. Dies sollte die Verschiebung der Lokalzeit relativ zur UTC in Sekunden sein.

d.tzname()

Gibt den Namen der Zeitzone zurück, wenn d.tzinfo nicht den Wert None hat. Ist d.tzinfo gleich None, wird stattdessen None zurückgegeben.

(Der Wert wird dadurch bestimmt, dass intern d.tzinfo.tzname(None) aufgerufen wird.)

d.timetuple()

Gibt ein time.struct_time-Objekt zurück, das den von d beschriebenen Zeitpunkt enthält.

d.utctimetuple()

Wenn d ein naives Zeitobjekt ist, also wenn d.tzinfo den Wert None hat, verhält sich d.utctimetuple genau wie d.timetuple.

Ist d ein bewusstes Zeitobjekt, wird sein Wert erst in die globale Weltzeit umgerechnet und dann als time.struct_time-Instanz zurückgegeben.

d.weekday()

Gibt den Wochentag als Zahl zurück, wobei Montag als 0 und Sonntag als 6 betrachtet wird.

d.isoweekday()

Gibt den Wochentag als Zahl zurück, wobei Montag den Wert 1 und Sonntag den Wert 7 ergibt.

d.isocalendar()

Gibt ein Tupel mit drei Elementen zurück, das den von d beschriebenen Tag als Datum im ISO-Kalender ausdrückt.

Näheres dazu finden Sie unter der Methode isocalendar des Datentyps date time.date.

d.isoformat()

Gibt den von d beschriebenen Zeitpunkt im ISO-8601-Format zurück. Das Format ist folgendermaßen aufgebaut:

YYYY-MM-DDTHH:MM:SS.mmmmmm

Die »Y« stehen für die Ziffern der Jahreszahl, die »M« für die Ziffern der Monatszahl und die »D« für die Ziffern des Tages. Das große »T« ist ein Trennzeichen, das zwischen Datums- und Zeitangabe steht. In der Zeitangabe stehen die »H« für die Ziffern der Stunde, die »M« für die Ziffern der Minute und die »S« für die Ziffern der Sekunden.

Ist das microseconds-Attribut von d von 0 verschieden, werden die Mikrosekunden, durch einen Doppelpunkt abgetrennt, an das Ende des Strings geschrieben. Ansonsten entfällt der Mikrosekundenteil inklusive Doppelpunkt.

d.ctime()

Gibt einen String zurück, der den von d repräsentierten Zeitpunkt beschreibt:

>>> datetime.datetime(1987, 07, 26, 10, 15, 00).ctime() 
'Sun Jul 26 10:15:00 1987'
d.strftime()

Erzeugt einen String, der den von d beschriebenen Zeitpunkt formatiert enthält.

Genaueres können Sie unter time.strftime nachlesen.



Ihr Kommentar

Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen? Wir freuen uns immer über Ihre freundlichen und kritischen Rückmeldungen.






 <<   zurück
  
  Zum Katalog
Zum Katalog: Python






Python
bestellen
 Ihre Meinung?
Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen?
Ihre Meinung

 Buchtipps
Zum Katalog: Linux






 Linux


Zum Katalog: Ubuntu GNU/Linux






 Ubuntu GNU/Linux


Zum Katalog: Praxisbuch Web 2.0






 Praxisbuch Web 2.0


Zum Katalog: UML 2.0






 UML 2.0


Zum Katalog: Praxisbuch Objektorientierung






 Praxisbuch Objektorientierung


Zum Katalog: Einstieg in SQL






 Einstieg in SQL


Zum Katalog: IT-Handbuch für Fachinformatiker






 IT-Handbuch für Fachinformatiker


 Shopping
Versandkostenfrei bestellen in Deutschland und Österreich
InfoInfo